Sorgerechtsverfahren – Ein Blick hinter die Kulissen

In Zeiten da jährlich 40% der Ehen geschieden werden (Zahl für 2014, [1]) ist die Beziehung zum eigenen Kind die einzige, die ein Leben lang hält. Darum kämpfen die Eltern erbitterter denn je. Dass Kinder ihre eigenen Bedürfnisse haben, gerät leider aus dem Blick: Es geht meist um Macht und egozentrische Interessen. Um den „Anteil“ am Kind – der möglichst 50 Prozent betragen soll, wie es dem Vater oder der Mutter „zusteht“.

Bei fast allen Scheidungen (96  %)  im Jahr 2013, bei denen  gemeinschaftliche  minderjährige Kinder betroffen waren, blieb das Sorgerecht bei  beiden Elternteilen  (63  425 Verfahren) , da  weder Vater  noch Mutter einen Antrag auf das  alleinige Sorgerecht nach §1671,  Absatz 1 BGB  gestellt  hatten [2].

Nirgendwo in Deutschland werden so viele Verfahren verhandelt wie in Kreuzberg, wo wie am Fließband über das Schicksal vieler Tausend Kinder entschieden wird. Bis zu 55 Familienrichter verhandeln täglich in 20 Sälen parallel, für die einfacheren Fälle ist eine Stunde angesetzt, sechs Verfahren am Tag pro Saal sind Durchschnitt. Macht bis zu 120 Scheidungen, Unterhaltsverfahren und immer mehr Verhandlungen, die elterliche Sorge und den Umgang betreffend – jeden Tag.

Aber Familienrecht ist anders. Es geht nicht um Paragrafen, nicht darum, wer Recht hat und wer schuld ist. Eigentlich soll es nur darum gehen, was für das Kind das Beste ist.   Einen guten Einblick hinter die Kulissen gibt folgender Artikel von www.welt.de: Sorgerechtsverfahren – Nicht ohne mein Kind.

[1] Quelle: www.statista.com
[2] Quelle: Statistisches Bundesamt